Dorma Kaba 23.10.2018

Dorma Kaba ist ein weltweit agierender Anbieter von Schliesssystemen mit einem Umsatz von ca. 2,9 Mrd. CHF, Gewinn ca. 240 Mio. CHF, davon 124 Mio. für den Mutterkonzern, Rest Minderheitseigner.

Aktuell ist die Aktie mit einem KGV von erheblich > 20 meines Erachtens angesichts des optimierungsfähigen Managements* und eines hohen, steigenden Goodwills, teuer. Ein leistungsfähiges Management könnte den Wert des Unternehmens und damit die Aktie signifikant erhöhen. 

Chancen und Risiken

Das Geschäft mit Schliesssystemen teilt sich in wettbewerbsintensives Neugeschäft und margenstarkes Ergänzungs- und Ersatzgeschäft auf. Letzteres ist über alle Konjunkturzyklen hinweg sehr stabil.

Das Geschäftsmodell ist insgesamt genial. In der Regel werden neue Schliessanlagen von Betrieben und Wohnsiedlungen ausgeschrieben. Hierbei stehen die Anbieter im Wettbewerb und es wird wenig verdient. Wehe jedoch wenn jemand dann später einen Schlüssel verschlampt. Dann kann man keinen Schliesszylinder mit Schlüsseln für 7,99 € kaufen, sondern dies kann dann zumindest in der Schweiz viele hundert Franken kosten. Der Gewinn kommt aus dem Ersatzgeschäft.   

Das organische Wachstum betrug im Geschäftsjahr 17/18 2,9%. Das liegt unter dem organischem Wachstum der Wettbewerber von ca. 5%. Die Integration von Dorma & Kaba ist im Deutschen und dem US Markt noch nicht abgeschlossen, was wiederum als wesentlicher Grund für das niedrige Wachstum benannt ist. Faszinierend ist, dass der Konzernchef für diese Leistung zusätzlich mit dem Vorsitz des Verwaltungsrats belohnt wurde und sich künftig selbst kontrolliert. Meines Erachtens könnte ein Wechsel im Management eine erhebliche Chance darstellen. Analog Sika die in einem ähnlich, fragmentiertem Umfeld unterwegs ist, könnte das Wachstumspotential für DoKa bei 5 - 10% jährlich liegen.

Das Wachstum von DoKa findet im wesentlichen durch die Aquisitation kleinerer Marktbegleiter statt. Dadurch werden Schulden, aktuell 1,6 fache des EBITDA und Goodwill aufgebaut. Sofern mit diesen Zukäufen keine Potenziale genutzt werden hilft dies dem Unternehmen nicht. In einem wirtschaftlichen Abschwung wird der Goodwill abgeschrieben werden müssen und der Gewinn kann sich dann in einen Verlust verwandeln. 

 

Das Geschäft von DoKa ist global ziemlich ausgewogen. Nahezu die Hälfte des Umsatzes entstammt Europa (€), der Rest dem $ Raum. 

 

Ein paar Zahlen

EPS 17/18 29,5 CHF, Dividende 15 CHF

Zugelassene Aktien: 4,195,026

Verschuldung 1,6 x EBITDA

Dies ist keine Aktienempfehlung. Es handelt sich um meine private Meinung. Ich bin auch nicht unabhängig da ich Aktien von Dorma Kaba besitze. 

Ein paar Quellen

2018.10.23 https://groupcom.inxshare.com/01_Media%20Release/dormakaba_Medienmitteilung_GV_2018_23102018.pdf

https://www.mmnews.de/boerse/89222-dormakaba-erzielt-hoeheren-reingewinn-dividende-von-15-franken-vorgeschlagen

https://www.nzz.ch/wirtschaft/dormakaba-hinkt-der-konkurrenz-hinterher-ld.1419234

https://www.dormakaba.com/resource/blob/643868/e9a6702d0b8f0978a91aecaf3444b4fe/analyst-presentation-fy-2017-2018-data.pdf

https://www.nzz.ch/wirtschaft/dormakaba-hinkt-der-konkurrenz-hinterher-ld.1419234

*Gem. eigener beruflicher Erfahrung ist in einem stark segmentiertem Markt ein anarchisches Führungssystem mit grosser Freiheit, bzw. Verantwortung für die einzelnen Key Accounts analog Sika erfolgversprechend. Dies erfordert wiederum starke Persönlichkeiten im Management. 

Des Weiteren erstaunt mich aufgrund meiner beruflichen Erfahrung, dass sich DoKa mit der Integration des deutschen Geschäfts schwertut. Schweizer und Deutsche harmonisieren im Geschäftsleben wesentlich besser als z.B. Deutsche und Franzosen. 

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